«Ich wollte IT oder Wirtschaft – jetzt habe ich beides.»

Selma Tairi ist Lernende im zweiten Lehrjahr und absolviert die noch junge Berufslehre «Entwickler/in Digitales Business». Sie ist im Sommer 2024 gestartet und unterstützt das bsb-Team mit wachem Geist und ansteckendem Elan.

 

Selma, erzähl uns doch bitte von dieser neuen Ausbildung.

Wir sind erst der zweite Jahrgang, der diese Lehre absolviert. Die Ausbildung verbindet Wirtschaft und Informatik: Wir programmieren nicht so tiefgehend wie klassische Informatiker:innen, müssen aber verstehen, wie IT-Systeme funktionieren. Gleichzeitig befassen wir uns intensiv mit Prozessen, Projektmanagement und Business. Wir sind sozusagen die Schnittstelle zwischen beiden Welten.

 

Und was ist das Spezielle an dieser Ausbildung?

Das Basisjahr, das im ICT-Berufsbildungscenter (bbc) absolviert werden kann. Dort war ich drei Tage pro Woche im bbc-Büro und an zwei Tagen in der regulären Berufsschule. Ziel ist es, sich optimal auf die Lehre vorzubereiten und die Grundlagen dafür zu erarbeiten – gemeinsam mit anderen Lernenden und der Betreuung eines Coachs. Erst im zweiten Lehrjahr geht es in den Lehrbetrieb, um das Gelernte in der Praxis anzuwenden.

 

Wie bist du auf diesen Lehrberuf gestossen?

Ursprünglich wollte ich eine Informatik-Lehre machen, beim Schnuppern habe ich jedoch gemerkt, dass mir das zu technisch ist. Danach interessierte ich mich für eine KV-Lehre, fand jedoch keine passende Stelle. Im Berufsinformationszentrum BIZ wurde ich dann auf diesen neuen Lehrberuf aufmerksam gemacht. Ich habe mich bei bsb.info.partner AG beworben – und nun bin ich hier! Dieser Mix aus Wirtschaft und IT ist genau das, was ich gesucht habe.

 

Wie sieht so ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Das ist von Tag zu Tag unterschiedlich. Meistens starte ich mit den E-Mails, prüfe Kundenrückmeldungen oder offene Anfragen. Ich nehme an Meetings teil, in denen ich auch mal etwas präsentiere, bearbeite Aufgaben meines Ausbildners oder übernehme kleinere Supportfälle. Ab und zu habe ich Telefondienst und stehe direkt im Kontakt mit den Kunden.

 

Was gefällt dir an deiner Arbeit besonders gut?

Ich mache sehr gerne Reports und Auswertungen für unsere Kunden. Dabei gibt es immer einen Austausch: Ich erstelle einen Entwurf, erhalte Feedback und optimiere ihn weiter. Dieses Hin und Her macht mir Spass – und man sieht am Ende ein konkretes Ergebnis.

 

Was war bisher deine grösste Herausforderung?

Der direkte Kundenkontakt war am Anfang anspruchsvoll, da ich im Basisjahr kaum praktische Erfahrung damit sammeln konnte. Besonders der erste Telefondienst war eine echte Herausforderung. Mit der Zeit habe ich aber gelernt, dass man nicht alles sofort wissen muss – man darf auch sagen: «Das kläre ich gerne für Sie ab.» Das gab mir Sicherheit. Der Einstieg in den Support im dritten Lehrjahr wird für mich ein weiterer wichtiger Meilenstein.

 

Welche neuen Fähigkeiten hast du dir während der Lehre bisher angeeignet?

Vor allem meine Selbstständigkeit. Im Vergleich zur Schule ist der Arbeitsalltag viel freier. Ich kann meine Aufgaben selbst einteilen und trage Verantwortung für meine Arbeit. Auch im Umgang mit Kunden bin ich sicherer geworden: nachfragen, ruhig bleiben und lösungsorientiert denken gehören heute ganz selbstverständlich dazu.

 

Welche Musik begleitet dich aktuell durchs Leben?

Ich liebe Rap und Hip-Hop. Diese Musik gibt mir Energie, besonders am Morgen, wenn ich noch müde bin.

 

Steht Eminem auf deiner Playlist?

Nein, aber Snoop Dogg, 50 Cent und ASAP Rocky. Mir ist klar, dass einzelne Künstler nicht gerade ein sauberes Image pflegen, aber mir geht es um die Musik, nicht um die Person.

 

Mit welchem Promi würdest du dich gerne mal zum Mittagessen treffen?

Mit Bruce Darnell. Ich finde ihn unglaublich witzig, und wenn er tanzt, steckt er einen sofort an. Das wäre sicher ein sehr unterhaltsames Mittagessen.

 

Worauf freust du dich, wenn du an die Zeit nach der Lehre denkst?

Ich freue mich darauf, verschiedene Branchen kennenzulernen und mich weiterzuentwickeln. Momentan arbeite ich viel mit Abacus, was mir gefällt, aber ich kann mir gut vorstellen, später auch andere Programme oder Fachrichtungen zu entdecken. Vielleicht mache ich auch noch die BMS oder eine Weiterbildung. Ich bin da sehr offen und das ist das Schöne: Die Zukunft bietet viele Möglichkeiten.